Ein ausfallsicheres Backup-System für Weichenservos für den Bahnhof Bierbaum

Ein ganzer Bahnhof, der wegen einer defekten Stellwerkssteuerung stundenlang den gesamten Fahrplan eines Modultreffens blockiert – das ist der absolute Supergau für jeden Fahrdienstleiter. Da in meinem Bahnhof Bierbaum eine komplexe Stellwerksteuerung verbaut ist, die seit 2023 hervorragend funktioniert, hat mir dieses Szenario zu denken gegeben: Was passiert, wenn mal ein Teil abraucht?

Ein komplettes zweites System als redundante Steuerung aufzubauen und mitzuschleppen, wäre wirtschaftlich und logistisch übertrieben. Die Lösung, die ich mir stattdessen ausgedacht habe, ist ebenso einfach wie pragmatisch: Drei kleine, autarke Ersatz-Stellpulte auf Holzbrettern, die im Ernstfall in weniger als 20 Minuten einsatzbereit sind.

Das Konzept: Dezentral und flexibel

Anstatt ein großes Zentralpult zu bauen, habe ich die Ersatz-Steuerung dezentral auf drei Holzplatten aufgeteilt, die genau zu den Weichengruppen in Bierbaum passen:

  • Ein Brett mit einem Servotester für den Abzweig.
  • Ein Brett mit zwei Servotestern für die Einfahrt mit zwei Weichen.
  • Ein Brett mit drei Servotestern für die Einfahrt mit drei Weichen.

Fällt die Hauptsteuerung aus, werden die betroffenen Servos einfach dort abgesteckt und über vorbereitete Servoverlängerungskabel an die Ersatz-Stellpulte angeschlossen. Die Holzplatten selbst werden mit klassischen FREMO-Zwingen direkt vor Ort an den Modulkanten fixiert. Die Weichen lassen sich dann über die Drehregler der Servotester manuell stellen. Der Fahrbetrieb kann ohne große Verzögerung weitergehen, während die eigentliche Fehlerbehebung nach dem Treffen in Ruhe zu Hause erfolgen kann. Niemand muss auf meinen Bahnhof warten.

 

Die Technik: Stromversorgung aus allen Quellen

Da die Servotester (Typ GERUI RC-Servo Tester 3CH) und die angeschlossenen Servos eine stabile Spannung von 5 Volt benötigen, musste eine flexible Stromversorgung her. Ein einfacher linearer Spannungsregler scheidet wegen der Hitzeentwicklung aus, weshalb moderne Schaltregler (LM2596 DC-DC Step-Down-Wandler mit LED-Display) zum Einsatz kommen.

Die Module wurden so modifiziert, dass sie im Notfall mit absolut jeder verfügbaren Stromquelle vor Ort klarkommen:

  1. USB-Netzteil / Powerbank: Jedes Brett ist fest mit einem USB-Anschlusskabel und einem passenden USB-Steckernetzteil ausgerüstet. Das ist die bevorzugte und sauberste Lösung. Wenn keine Steckdose in der Nähe ist, kann alternativ auch eine Powerbank verwendet werden.
  2. DCC-Gleisspannung als Ultima Ratio: Wenn kein Netzstrom in der Nähe ist, kann die Energie direkt aus dem DCC-Gleissignal bezogen werden. Da DCC jedoch eine hochfrequente Rechteckspannung (ca. 8 kHz) führt, wurden den Step-Down-Wandlern eigene, schnelle Gleichrichter vorgeschaltet.

Für diesen Vorbau wurden vier schnelle Schottky-Dioden vom Typ 1N5822 (3A / 40V) zu einer Graetz-Brücke zusammengelötet und mit einem Puffer-Kondensator (Elko) mit 1000 µF / 35 V versehen. Diese Kombination filtert das DCC-Signal sauber, sodass der LM2596-Regler eine stabile Gleichspannung erhält. Über die gelben Zuleitungen mit 4 mm Büschelsteckern kann das System somit direkt an den Modulübergängen angesteckt werden.

Fazit

Die drei Ersatz-Stellpulte mitsamt allen Kabeln und Netzteilen lagern ab jetzt betriebsbereit in einer eigenen Transportkiste. Der Aufbau ist bewusst einfach und funktional gehalten – die Komponenten sind direkt auf den Holzbrettern verschraubt. Ich hoffe natürlich, dass diese Backup-Kiste die Werkstatt selten verlassen muss, aber für die Zukunft bringt sie ein großes Stück Seelenleben und Sicherheit auf die nächsten Modultreffen.

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