Für den Einsatz auf FREMO-Modularrangements wurde eine Wiener Dampftramway technisch optimiert. Das Ziel des Umbaus war die Sicherstellung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung für Motor und Sound, um auch bei langsamen Fahrten über komplexe Weichenstraßen einen stabilen Betrieb zu gewährleisten.
1. Schaltungsaufbau und Komponenten
Die Grundlage bildet eine Lade- und Entladeschaltung für den Energiespeicher, wie sie im Schaltschema der ZIMO Beschreibung dargestellt ist. Diese Schaltung schützt den Decoder und stellt die Betriebssicherheit sicher:
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Ladestrombegrenzung: Ein Widerstand von 100 Ohm begrenzt den Einschaltstrom beim Aufladen der Kondensatoren.
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Entladeweg: Eine Diode vom Typ 1N4007 ermöglicht den ungehinderten Stromfluss vom Speicher zum Decoder bei Spannungsabfall am Gleis.
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Programmiersicherheit: Eine Drossel mit 100uF stellt sicher, dass die Kommunikation zwischen Decoder und Zentrale – insbesondere das Auslesen von CV-Werten – trotz der hohen Pufferkapazität zuverlässig funktionier
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Sicherheit: Ein 3k3 Widerstand sorgt für eine langsame Entladung des Speichers nach dem Abschalten der Gleisspannung.
2. Energiespeicher und Einbau
Als Speicher kommen acht SMD-Tantal-Kondensatoren zum Einsatz . Mit einer Kapazität von jeweils 220 uF ergibt sich eine Gesamtkapazität von 1760 uF.
Technische Details zum Einbau:
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Spannungsfestigkeit: Die gewählten 16V-Typen sind für den Betrieb nach FREMO-Norm geeignet.
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Polarität: Bei SMD-Tantals ist zu beachten, dass die Markierung (der Strich) den Pluspol (+) kennzeichnet.
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Anordnung: Die Kondensatoren wurden in zwei 4er-Blöcken parallel verschaltet und platzsparend auf dem LH-Fahrwerk (Halling-Basis) integriert.
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Decoder: Die Steuerung erfolgt über einen ZIMO MX623. Der Anschluss des Speichers erfolgte direkt am Masse-Pad (GND) und am gemeinsamen Pluspol. Die Lokomotive verfügt über keine Beleuchtung, weshalb die entsprechenden Funktionsausgänge ungenutzt bleiben.
3. Konfiguration: Fahrphysik & Sound-Grundlagen (ZIMO MX649)
Das Fahrverhalten wurde für den Wiener Stadtverkehr und den Localbahnbetrieb feinfühlig einjustiert.
| CV | Parameter | Wert | Erläuterung |
| #2 | Startspannung | 1 | Feinster Anlauf bei Fahrstufe 1. |
| #5 | Höchstgeschwindigkeit | 60 | Vorbildgerechte Begrenzung (ca. 25–30 km/h). |
| #6 | Mittengeschwindigkeit | 30 | Lineare Kennlinie für feinen Verschub. |
| #3 | Beschleunigungszeit | 2 | Direkte Reaktion auf Reglerbefehle. |
| #4 | Verzögerungszeit | 0 | Volle Bremskontrolle durch den Lokführer. |
| #153 | Energiespeicher-Zeit | 20 | Begrenzung der Fahrt ohne Signal auf ca. 2 Sek. |
Akustik: Die Lautstärke wurde auf ein FREMO-taugliches Maß reduziert (CV #266 = 10), die Dampfschläge wurden mit CV #267 = 40 auf die kleinen Räder der Tramway synchronisiert.
4. Der Kampf mit dem Sound-Mapping: Die CV #300-Prozedur
Ein zentrales Ziel war es, die Signaltasten ergonomisch anzuordnen (Pfiff und Glocke direkt nebeneinander). In den ZIMO-„Collection“-Projekten ist die Glocke jedoch oft „hart“ auf F6 verdrahtet.
Ein Umlegen via NMRA-Mapping (CV #40) oder Schweizer Mapping schlug am Werktisch fehl. Zudem zeigte sich ein bekanntes Problem älterer Zentralen (wie dem Uhlenbrock TwinCenter): Das direkte Ansprechen oder Auslesen hoher Sound-Slots (z. B. CV #313) funktioniert oft nicht zuverlässig, wodurch klassische Mapping-Versuche im Blindflug endeten.
Die Lösung: Akustische Zuweisung per „ZIMO Sound-Selection“
Um diese Barrieren zu umgehen, wurde das Mapping direkt und akustisch via PoM (Programming on the Main) über die CV #300 durchgeführt. Dieser Weg überstimmt alle anderen Mapping-Ebenen.
Der Workflow am TwinCenter im Detail:
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Aktivierung: Auf dem Hauptgleis
CV #300 = [Gewünschte F-Taste]programmieren (z. B. CV #300 = 3 für Taste F3). -
Suchen: Mit den Tasten F1 (nächster) und F2 (vorheriger) durch die im Decoder gespeicherten Sound-Samples steppen.
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Kontrolle: Die Taste F0 spielt das gerade angewählte Sample zur Probe ab.
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Speichern: Sobald das gewünschte Geräusch (die Glocke) gefunden ist, wird es durch Drücken von F8 („STORE + End“) auf der Taste F3 dauerhaft gesichert und der Modus beendet.
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Bereinigung: Um die ursprüngliche Belegung auf F6 zu löschen, wurde der Vorgang mit
CV #300 = 6gestartet und sofort mit der Taste F3 („CLEAR + End“) beendet.
Das finale Sound-Mapping für den Einsatz:
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F1: Sound EIN/AUS (Aktivierung via CV #310 = 1)
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F2: Pfeife („Piff“)
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F3: Glocke / Läuten (Erfolgreich umbelegt)
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F4: Kohle schaufeln
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F6: Stumm (Frei für spätere Funktionen)
5. Ergebnis und Fazit
Der Umbau macht die Dampftramway zum perfekten Einsatzfahrzeug für Localbahn-Arrangements. Durch die Kombination aus Tantal-Speicher und dem MX649 gehören Kontaktprobleme der Vergangenheit an. Die Glocke auf F3 ermöglicht eine intuitive Bedienung während der Fahrt durch enge Radien, während die Begrenzung in CV #153 auf zwei Sekunden verhindert, dass das Modell bei einer Notabschaltung der Zentrale unkontrolliert weiterfährt.
Die Ladezeit des Speichers beträgt dank des optimalen Ladewiderstands unter einer Sekunde – das Modell ist sofort nach dem Aufgleisen betriebsbereit.






